george peter j. | 12. September 14
>Freitag 1130<
Der Wind gibt im Moment den Ton an. Blauer Himmel vor meinem Fenster. Die Birke peitscht. Meine täglichen Gäste, eine Gruppe Stare klammert sich an den oberen viel zu dünnen Zweigen. Wir wünschen uns einen guten Morgen. Wie so oft.
Die Kirche hat heute was erhabenes, so als wolle sie die Zeiten in der sie erbaut wurde wieder heraufbeschwören, ihre Macht auf den Betrachter zur Schau stellen. Krähen untermalen mit ihrem Gesang die Szene. Nur die Geräusche der Autos holen mich zurück.
Eine fesselnde Stimmung. Ich sitze seit einer Stunde, wie angewurzelt. Keine Musik, nur Denken.
Worüber? Genau darüber denke ich nach.
Wiedermal fliegen die Worte um meinen Kopf und ich mache mich zaghaft daran sie zu ordnen.
Inkonsequent, so fühlt es sich an. Heute wäre mir eine andere Realität lieb. Das Abtauchen in die Welt der Computerspiele, allein, oder Online, via Teamspeak, grenzenlose Zockerei mit nur einer Konsequenz. Verlorener Zeit.
Stundenlanges zelebrieren von irgendwann immer wieder Gleichem. Statistik vorantreiben. Leveln. Eine Story dahinter? Uninteressant. Kreativität? Wenn der richtige Titel gespielt wird, vielleicht.
Eine Sucht? Durchaus.
Was hindert mich daran? Genau dies hier. Ich bin Konsequenter geworden. Noch vor Monaten hätte es vielleicht nur einen Text gegeben und danach hätte ich wahrscheinlich nicht mal mehr die URL gekannt, geschweige mein Passwort, oder ähnliches.
Dies alles hier zu Schreiben ist zu einer neuen Realität geworden, anders, näher. Denn aus Ihr spricht die echte Realität des Lebens. Lebe ich dieses Leben, oder bin ich nur Betrachter eines vorbeiziehenden Films?
Beides ist richtig, nach meiner Meinung.
Mir gefällt es, mich einfach mal zurückzustellen und der Welt um mich den Vortritt zu lassen, mir etwas zu erklären, zu zeigen. Daraus ziehe ich Lehren für mich selbst und mein Handeln, und mit Glück gehe ich dann als ein besserer Spieler zurück auf die Bühne und beherrsche einen neuen Text.
Die intensiven Prozesse des Beobachtens, Denkens und Erinnerns sind zu einer Art Sucht geworden.
Begleiten mich mittlerweile den ganzen Tag. Wie ein Autor der seine Notizen macht, zu Ideen, Sätzen, Dialogen, so verbringe auch ich viel Zeit damit, das Gesehene und Gehörte schon vor Ort in Worte zu kleiden, welche Ihr schlussendlich hier lesen könnt.
Das ich süchtig bin spiegelt sich darin wider, dass ich gestern noch nach Notizblöcken für die Hosentasche gesucht habe um auf ihnen in Zukunft Dinge zu notieren, sollte ich mal nicht die Gelegenheit haben, noch am selben Tag zum Schreiben zu kommen.
Entwicklung, oder doch schon Abhängigkeit?
War es vorher der erste Akt, nach dem nach Hause kommen, den Rechner anzuwerfen und die Playlist anzumachen, so öffnet sich jetzt wie von Geisterhand ein weißes Textdokument. Es bleibt erst einmal weiß, aber es ist präsent. Dann die Rituale, sich einrichten, und dann, irgendwann kommt der Fluss. Heute war es eher ein steiniges gewundenes Rinnsal das sich jedoch stetig zu einem sanft sprudelnden Bach entwickelt hat.
Erfrischend.
In diesem Sinne, danke fürs Zuhören G.P.J.
Der Wind gibt im Moment den Ton an. Blauer Himmel vor meinem Fenster. Die Birke peitscht. Meine täglichen Gäste, eine Gruppe Stare klammert sich an den oberen viel zu dünnen Zweigen. Wir wünschen uns einen guten Morgen. Wie so oft.
Die Kirche hat heute was erhabenes, so als wolle sie die Zeiten in der sie erbaut wurde wieder heraufbeschwören, ihre Macht auf den Betrachter zur Schau stellen. Krähen untermalen mit ihrem Gesang die Szene. Nur die Geräusche der Autos holen mich zurück.
Eine fesselnde Stimmung. Ich sitze seit einer Stunde, wie angewurzelt. Keine Musik, nur Denken.
Worüber? Genau darüber denke ich nach.
Wiedermal fliegen die Worte um meinen Kopf und ich mache mich zaghaft daran sie zu ordnen.
Inkonsequent, so fühlt es sich an. Heute wäre mir eine andere Realität lieb. Das Abtauchen in die Welt der Computerspiele, allein, oder Online, via Teamspeak, grenzenlose Zockerei mit nur einer Konsequenz. Verlorener Zeit.
Stundenlanges zelebrieren von irgendwann immer wieder Gleichem. Statistik vorantreiben. Leveln. Eine Story dahinter? Uninteressant. Kreativität? Wenn der richtige Titel gespielt wird, vielleicht.
Eine Sucht? Durchaus.
Was hindert mich daran? Genau dies hier. Ich bin Konsequenter geworden. Noch vor Monaten hätte es vielleicht nur einen Text gegeben und danach hätte ich wahrscheinlich nicht mal mehr die URL gekannt, geschweige mein Passwort, oder ähnliches.
Dies alles hier zu Schreiben ist zu einer neuen Realität geworden, anders, näher. Denn aus Ihr spricht die echte Realität des Lebens. Lebe ich dieses Leben, oder bin ich nur Betrachter eines vorbeiziehenden Films?
Beides ist richtig, nach meiner Meinung.
Mir gefällt es, mich einfach mal zurückzustellen und der Welt um mich den Vortritt zu lassen, mir etwas zu erklären, zu zeigen. Daraus ziehe ich Lehren für mich selbst und mein Handeln, und mit Glück gehe ich dann als ein besserer Spieler zurück auf die Bühne und beherrsche einen neuen Text.
Die intensiven Prozesse des Beobachtens, Denkens und Erinnerns sind zu einer Art Sucht geworden.
Begleiten mich mittlerweile den ganzen Tag. Wie ein Autor der seine Notizen macht, zu Ideen, Sätzen, Dialogen, so verbringe auch ich viel Zeit damit, das Gesehene und Gehörte schon vor Ort in Worte zu kleiden, welche Ihr schlussendlich hier lesen könnt.
Das ich süchtig bin spiegelt sich darin wider, dass ich gestern noch nach Notizblöcken für die Hosentasche gesucht habe um auf ihnen in Zukunft Dinge zu notieren, sollte ich mal nicht die Gelegenheit haben, noch am selben Tag zum Schreiben zu kommen.
Entwicklung, oder doch schon Abhängigkeit?
War es vorher der erste Akt, nach dem nach Hause kommen, den Rechner anzuwerfen und die Playlist anzumachen, so öffnet sich jetzt wie von Geisterhand ein weißes Textdokument. Es bleibt erst einmal weiß, aber es ist präsent. Dann die Rituale, sich einrichten, und dann, irgendwann kommt der Fluss. Heute war es eher ein steiniges gewundenes Rinnsal das sich jedoch stetig zu einem sanft sprudelnden Bach entwickelt hat.
Erfrischend.
In diesem Sinne, danke fürs Zuhören G.P.J.