Frontbriefe
Die Mücke
george peter j. | 13. September 14
>Samstag 1930<
Da fliegt sie nun an meinem Fenster entlang. Die zweite dieses Jahr in meinem Zimmer, soweit ich das beurteilen kann. Die Schwalben, die noch bis vor kurzem zahlreich in einer Nische zwischen Wand und Dachverblendung hausten, haben ganze Arbeit geleistet. Ich kann die bisher eingeflogenen Insekten an einer Hand abzählen. Gut so.
Sie hat den Ausgang gefunden. Die Birke bleibt leer.
Musik stimmt mich ein, auf kommende Tage. Morgen nochmal das Kaffee, dann geht es wieder los.
Die Bücher sind schon besorgt. Lange Tage erwarten mich. Bis zum frühen Abend sind Hörsäle und Labore mein Zuhause. Die Nächte der ersten Wochen werden feucht fröhlich. Mein Fuß wippt im Takt, in Erwartung auf die Tanzflächen der Stadt. Mein Kopf nickt mit dem Beat, es wird Warm.
Frühes erwachen von guter Laune, Vorfreude auf alte und neue Bekannte, Freunde, gemeinsames Lachen, Trinken, Tanzen. Sich ermutigen. Dieses Semester wird besser, schwerer aber besser.
Die letzten Wochen waren erfolgreich. Gutes Geld, jede menge neue interessante Leute. Ich starte mit einem Vorsprung. War ich noch vor einem Jahr ein Neuer, angeschlossen an eine kleine Gruppe, einige davon wirklich ins Herz geschlossen, so gehöre ich jetzt schon zu einem anderen Kreis. Kontakte geknüpft, gepflegt, in alle Richtungen. Zu den noch älteren, zu den neuen, alles in sechs Wochen. Das Kaffee. Schönes Hobby.

Sie ist wieder da.
Ich gebe ihr noch eine Chance.
Ein Wecker tickt. Pizza. Ein Bier? Oder lieber nicht? Wer weiß. Kopf und Fuß sind im Einklang und die Erwartung auf viel Neues wächst.
Morgen ein Wiedersehen? Das Verlangen wächst auch.
Sie geht jetzt auf meine Art von uns.
Danke fürs Zuhören. G.P.J.

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