Frontbriefe
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george peter j. | 17. September 14
>Mittwoch 0940<

Wo fange ich an, nach diesen zwei Tagen. So viele Eindrücke, und doch nur Alltag. Also spare ich mir das. >Radio aus, Musik an, Gequatsche nervt.<
Zeit. Ein wenig davon habe ich mir heute einfach genommen. Nicht, weil die Nacht kurz war, und das war sie. Ich brauche sie einfach, nicht zuletzt um endlich wieder etwas zu Schreiben. Ja ich habe es nicht vergessen, habe sogar täglich, oft daran gedacht und dann doch nicht die Zeit gefunden. Nun wollte sie heute Morgen schon wieder zügig und ungesehen an mir vorbei, wie eine Vertraute mit schlechtem Gewissen, die mir aus dem Weg geht und es nicht wagt mir ins Gesicht zu blicken. Also habe ich mich ihr in den Weg gestellt. Siehe da, ich sitze hier, wider besseren Wissens und die Zeit ist mit mir. Mein Gewissen ist im Schlafmodus und wird vor 14 Uhr nicht wach sein und da ich bis dahin doch zur Vorlesung fahre, können wir es ruhig in Unkenntnis lassen.
>Musik läuft, Muskeln brennen, Sport<

Ich komme langsam ins Gleichgewicht.
Allmählich überträgt sich die Schärfe des Geistes auf die Kontur meines Körpers. Alte Zustände sind nicht mehr weit. Konsequent bleiben ist wiedermal die Devise. Jeden Morgen mindestens 40 Minuten schwitzen. Kaltes Wasser und dann das ultimative Gefühl der Spannungen mit in den Tag nehmen. Innen ent-, außen gespannt. Ein Hauch von Unzerstörbarkeit. Schöne Droge.

Die Letzten zwei Tage gilt es noch quer zu lesen. Später.
Bis dahin verbringe ich noch einen Moment mit meiner Zeit. Vielleicht gelingt es mir ja sie zu überzeugen, während der Vorlesung ein bisschen Tempo zu machen. Vielleicht gönnt sie mir auch meine liebste Begegnung des Tages. Ein eine Stunde dauernder Augenblick würde mir reichen.

Zuerst muss ich jedoch mein Tempo angleichen. Kaffee!
In diesem Sinne, danke fürs Zuhören. G.P.J.

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